Wie wirkt Kreatin?

Muskeln brauchen Energie

Rund 90 Prozent des körpereigenen Kreatin-Speichers befinden sich in der Skelettmuskulatur. Alle lebenden Zellen brauchen Energie – und gerade Muskelzellen benötigen große Energiemengen, wenn sie in Aktion sind. Kreatin hilft, diese Energie verfügbar zu machen.

Wie erhält der Muskel Energie?

Bei kurzen, intensiven Belastungen – etwa beim Sprinten – benötigen die Muskeln in kürzester Zeit sehr viel Energie. Zu Beginn einer solchen anaeroben (unabhängig vom Luftsauerstoff) Kraftanstrengung müssen die Muskeln daher auf Energiequellen zurückgreifen, die sofort verfügbar sind. Sie liegen in Form von Adenosintriphosphat (ATP) und Kreatinphosphat vor.
ATP und Kreatinphosphat sind Energiespeicher - also eine Art Batterie - und überbrücken die Zeit, bis der Abbau von Glucose (Glykolyse), Glykogen (Glykogenolyse) und Fett (Lipolyse und Fettsäureoxidation) weitere Energie freisetzen kann.

Wie wird die Energie im Muskel freigesetzt?

ATP ist die Energiewährung für alle biologischen Prozesse. Das Molekül ATP hat drei sogenannte Phosphatgruppen. Spaltet ATP eine Phosphatgruppe ab, wird dabei Energie für die Muskelarbeit freigesetzt. Übrig bleibt das Adenosindiphosphat (ADP), das der Körper mithilfe der in unserer Nahrung vorhandenen Energie wieder zu ATP umwandelt. Dieser Prozess benötigt jedoch einige Zeit und es steht nur für wenige Sekunden ausreichend ATP zur Verfügung. Daher verfügt der Körper über eine zusätzliche Möglichkeit, um bei länger anhaltender Muskelleistung ATP schnell zu regenerieren: Kreatin.

Wie kann Kreatin die Muskelarbeit unterstützen?

Im ruhenden Muskel liegt Kreatin zu rund zwei Dritteln in Form des energiereichen Kreatinphosphats vor, das eine zusätzliche Phosphatgruppe enthält. Noch bevor den schwer arbeitenden Muskeln das ATP ausgeht, überträgt das Enzym Kreatinkinase (CK) diese Phosphatgruppe auf das ADP und wandelt es so zurück zu ATP – allerdings nur, solange ausreichend Phosphokreatin vorhanden ist. Dies ermöglicht den Muskeln, anaerob weiterzuarbeiten, bis der Vorrat an Kreatinphosphat knapp wird. Während der nächsten Ruhephase wird das entstandene Kreatin durch Anfügen einer Phosphatgruppe wieder zu Kreatinphosphat aufgebaut. Sobald der Kreatinphosphat-Vorrat wieder in sein Ausgangsniveau zurückgekehrt ist, ist er in der Lage, während der nächsten intensiven Kraftanstrengung ATP zur Verfügung zu stellen.